WDR 5 Dok 5 — FEATURE von ANJA KEMPE — 14.12.2015 

Schnelle Eingreiftruppe mit Musik

 

Die Bundeswehr-Orchester üben für ihre Auftritte in Kriegs- und Krisengebieten. Sie sollen die einheimischen Bevölkerungen mit Musik unterhalten, in Afghanistan, Afrika und anderswo. Doch wie interpretiert man in Timbuktu oder Kabul ein Platzkonzert mit Schlagzeugsolo, im militärischen Auftrag dargeboten von deutschen Musikfeldwebeln?

14. Dezember 2015 • 20:05 - 21:00 Uhr (WDR 5 – Dok 5 – Das Feature)

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(gekürzte Versionen)

Foto: Anja Kempe
In Köln, 2012

  • 18:24
    SWR 2 — Reportage

    Manchmal sieht man sie auf der Autobahn fahren. Dunkelblau sind sie und neunzehn Meter lang. Die Werbetrucks der deutschen Streitkräfte steuern Marktplätze und Flugplatzfeste an. Denn der begehrte Nachwuchs rückt schließlich nicht mehr ganz von alleine nach, wie früher, als es noch die Wehrpflicht gab.

    Programmhinweis vom Sender

  • 24:23
    Deutschlandradio Kultur — Feature

    Die Insel gilt unter Fachleuten als deutsches Frühwarnsystem für Überschwemmungskatastrophen. Um ihre Heimat vor dem Untergang zu retten, baggern die Sylter jedes Jahr für sechs Millionen Euro Meeressand an ihre Küsten. Eine Sisyphusarbeit, denn der nächste Herbststurm trägt ihn in die Nordsee zurück. Und während Meeresgeologen raten, die Häuser an den Küstenlinien auf Flößen anzulegen, wird die Hotelfront direkt am Wasser immer dichter. Denn Millionen neuer Urlauber werden erwartet – wenn die Mittelmeerregion für Touristen zu heiß geworden sein wird.

    Programmhinweis vom Sender

  • 17:45
    WDR 5 — Reportage

    Viele Ordnungsämter, auch in Köln, ziehen mit einem Bußgeldkatalog durch die Strassen, und das kann teuer werden: Auf die Strasse spucken: 20 Euro, Zigarettenkippe wegwerfen: 15 Euro, Wildpinkeln: 35 Euro.

  • 0:01
    WDR 5 — Feature

    Arbeitslose wollen arbeiten. Oder etwa nicht? Kerim Ö. besorgt sich einen Job im Kiosk, Regale auffüllen, Pfandflaschen sortieren. Sandra C. wartet darauf, dass die Arge ihr einen neuen Kühlschrank finanziert.

    Programmhinweis vom Sender

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2015—2010

Alle Reportagen und großen Features (gekürzte Versionen)

Foto: Anja Kempe
In Hamburg, 1990

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2009—2000

Alle Reportagen und großen Features (gekürzte Versionen)

Foto: Anja Kempe
in Göttingen, 1980

  • 0:01
    SWR 2 — 27.12.2009 — Feature

    »Man hält ihnen die Wurst hin und zieht sie wieder weg.« Seit den Anfängen der Europäischen Gemeinschaft verspricht Europa der Türkei den Beitritt – und schiebt ihn immer wieder hinaus.

  • 24:23
    Deutschlandradio Kultur — 05.12.2009 — Feature

    Die Insel gilt unter Fachleuten als deutsches Frühwarnsystem für Überschwemmungskatastrophen. Um ihre Heimat vor dem Untergang zu retten, baggern die Sylter jedes Jahr für sechs Millionen Euro Meeressand an ihre Küsten. Eine Sisyphusarbeit, denn der nächste Herbststurm trägt ihn in die Nordsee zurück. Und während Meeresgeologen raten, die Häuser an den Küstenlinien auf Flößen anzulegen, wird die Hotelfront direkt am Wasser immer dichter. Denn Millionen neuer Urlauber werden erwartet – wenn die Mittelmeerregion für Touristen zu heiß geworden sein wird.

    Programmhinweis vom Sender

  • 28:09
    BR 2 — 22.10.2009 — Reportage

    Wie fühlt sich der Regenwald an, solange er nicht abgeholzt ist? Wie managt Mariam, ein 11-jähriges Mädchen im Niger, den täglichen Wassermangel, und was wird aus ihr, 50 Jahre später? Im »Klimahaus Bremerhaven 8° Ost« kann man den achten östlichen Längengrad der Erde abschreiten, mit die wichtigsten Klimazonen und auch ihre Veränderungen erleben.

  • 18:01
    WDR 5 — 05.08.2009 — Reportage

    Alles ist alles türkisch, das Essen, die Musik, das Personal. Doch es gibt Konflikte. Oma und Opa in einem Heim unterzubringen, gilt in der türkischen Kultur vielfach als Tabu.

  • 6:00
    Deutschlandfunk — 23.08.2009 — Feature

    Kinder und Jugendliche beschweren sich über das schlechte Benehmen ihrer Eltern, in der Arbeitswelt wird die wachsende Unanständigkeit der Konzerne beklagt, Wissenschaftler fordern bürgerliche Sitten für alle. Doch in sozial verwilderten Zeiten scheint Einigkeit über Formeln des Anstands schwer.

    Programmhinweis vom Sender

  • 18:01
    WDR 5 — 28.04.2009 — Reportage

    Reportage aus dem Kölner Dom. Mit jungen Leuten und alten Heiligen. Ein Banker, eine Frisörin, ein Soldat und mehrere Studenten stehen am Opferlichttisch. Immer mehr Leute finden Gefallen an kirchlichen Ritualen. »Das hat in den letzten Jahren zugenommen«, sagt der Domdechant: »Wir mussten neue Kerzenbänke bestellen«.

  • 6:08
    Deutschlandfunk — 18.12.2008 — Reportage

    Wird dem privaten Postdienstleister TNT per Gesetz untersagt, weiterhin einen Stundenlohn von 7 Euro 50 zu zahlen? Die Zusteller, die die Briefe austragen, haben ihre ganz eigene Meinung zur Mindestlohn-Debatte.

  • 19:33
    SWR 2 — 17.09.2008 — Reportage

    400 buddhistische Tempel gibt es in Bangkok. Und in Chinatown steht ein ganz besonderer, er heißt Chakrawat. Es soll sich der Schatten Buddhas in ihm befinden. Der Erleuchtete hat ihn bei einer seiner Reisen dort vergessen. Eine Touristenattraktion ist das geheimnisvolle Gotteshaus nicht, denn es liegt sehr versteckt. Doch mit etwas gutem Willen wird es schon zu finden sein. Thailänder sind hilfsbereit. Den Schatten des Buddha jedoch tatsächlich zu erblicken, dafür stehen die Chancen schlecht, denn es heißt, nur derjenige wird ihn sehen, dessen Gemüt vollkommen rein ist.

  • 13:35
    WDR 5 — 15.07.2008 — Reportage

    In dem 200-Seelen-Dorf ist alles friedlich. Die meisten Fenster in den Häusern sind erleuchtet. Die Leute essen zu Abend oder sitzen vor den Fernsehern. Im ZDF läuft Aktenzeichen XY ungelöst. Gesucht wird ein vierfacher Bankräuber im Raum Gummersbach. Auch der Nachbar der Familie Willerscheid sieht die Fernsehsendung. Er ist sich ganz sicher: Wolfgang Willerscheid ist der gesuchte Täter. Für den Dachdecker, seine Frau Gabi und die drei Kinder beginnt ein Alptraum.

  • 8:28
    WDR 5 — 25.01.2008 — Reportage

    Frau Marga ist wie viele ältere Menschen froh, dass sie mit der Seniorenbegleitung einmal in der Woche hinaus auf die Strasse gehen kann. Beide Seiten scheinen davon zu profitieren. Doch die ehrenamtlichen Damen vom Begleitdienst klagen, dass sich keine Herren melden. Warum nur?

  • 0:01
    WDR 5 — 01.01.2008 — Feature

    Man sieht sie kaum, doch sie sind da: Mit Staubwedel, Bügeleisen, Kochlöffel und Schnabeltasse. Sie kommen aus der ganzen Welt: aus Osteuropa, Lateinamerika, aus Asien und Afrika. Manche ganz legal und viele illegal. Der Arbeitsplatz ‚Privathaushalt’ ist inzwischen einer der größten Weltmärkte. Die Sendung wurde vom WDR zum CIVIS · Europas Medienpreis für Integration eingereicht.

  • 14:53
    SWR 2 — 12.11.2007 — Reportage

    Die Wildpoldsrieder sind ökologisch. Es gibt Sonnenenergie, Biogas, Wind- und Wasserkraft. Sogar eine holzbefeuerte Dorfheizung soll gebaut werden. Auch der Herr Pfarrer macht mit. Die Windräder oben auf den Bergrücken sind von ihm gesegnet worden. Doch die Milchvieh-Bauern schimpfen.

  • 20:54
  • 11:25
    SWR 2 — 19.09.2007 — Reportage

    In der Pfandkammer des Amtsgerichts werden Wohnungseinrichtungen aus Zwangsräumungen versteigert. Von der Schrankwand bis zum Zahnputzglas, alles kommt unter den Hammer. Draußen auf dem Gelände steht eine Schrottpresse. Dort landet alles, was keinen neuen Besitzer gefunden hat. Ganze Leben verschwinden so und eigentlich kann niemand verstehen, warum es so weit kommen musste.

  • 17:45
    WDR 5 — 08.05.2007 — Reportage

    Viele Ordnungsämter, auch in Köln, ziehen mit einem Bußgeldkatalog durch die Strassen, und das kann teuer werden: Auf die Strasse spucken: 20 Euro, Zigarettenkippe wegwerfen: 15 Euro, Wildpinkeln: 35 Euro.

  • 2:41
    WDR 5 — 26.04.2007 — Glosse

    Das freundschaftliche Verhältnis, das wir seit dem China-Boom mit Peking pflegen, hat noch nicht dazu geführt, dass die Bundeskanzlerin den flegelhaften Umgang der chinesischen Regierung mit politisch Andersdenkenden abgemahnt hätte. Seit China uns so nahe gerückt ist, lassen wir uns gern vom Land der Mitte inspirieren.

  • 17:00
    BR 2 — 05.12.2006 — Reportage

    Das gescheiterte Comeback von Schwergewichtsboxer Axel Schulz im November 2006 lockte rund 12 000 Menschen in die Arena im westfälischen Halle. Ihnen bot sich ein Kampf, den man nicht alle Tage erlebt.

  • 2:07
    WDR 5 — 24.02.2006 — Reportage

    »Man wird frisiert, man zieht sich an, man wird abgeholt« – sagt die Prinzessin. Doch kritische Töne werden nicht geduldet.

  • 11:57
    WDR Feature DOK 5 — 20.11.2005 — Feature

    Eine türkische Trauergesellschaft bestattet heimlich ohne Sarg, was auf fast allen deutschen Friedhöfen streng verboten ist. In Deutschland leben 3,5 Millionen Muslime. Wie trauern sie? Und haben sich die Rituale in der Migration oder – wie Islamwissenschaftler meinen – unter dem Druck der westlichen Welt verändert?

  • 25:13
    WDR Feature DOK 5 — 24.05.2005 — Feature

    Frauen brauchen im Zeitalter der Kriege nicht zuhause auf die Heimkehr des Helden zu warten. In den modernen Armeen sollen sie »deeskalierend« wirken, und, wenn es die militärische Lage verlangt, an der Seite des Mannes das Kerngeschäft des Soldatenhandwerks betreiben, die organisierte Gewalt. Fordern jedenfalls die Politiker.

  • 27:28
    BR 2 Nahaufnahme — 14.10.2004 — Reportage

    Jede Katze hat eine Fußbodenheizung und draußen eine eigene Sonnenterrasse. Die Architektur: futuristisch. Gerade Linien ins Unendliche, große blanke Wasserflächen, und dazwischen flach und konzentrisch die Hunde-Häuser, wie gerade gelandete Ufos. Das größte Tierheim der Welt ist ein Grandhotel vom Feinsten und steht in Berlin. Es hat 36,3 Millionen Euro gekostet und wurde ohne einen einzigen Cent vom Staat gebaut, nur von Spendengeldern. Denn die Tierliebe der Deutschen hat den Tierschutzverein reich gemacht.

  • 0:01
    Deutschlandradio Kultur — 06.10.2004 — Feature

    Bevor ich noch mal einen Mann nehme, schaff' ich mir lieber noch einen Hund an«, sagt eine Single-Frau. Und der Rapstar DMX lässt seinen Pitbulls schicke Mäntel im Military-Look nähen: »Ich mag Hunde viel lieber als Leute! Yeah!« Laut Umfrage halten die meisten Menschen Tierquälerei für ein größeres Verbrechen als Kindesmisshandlung oder Prügel für die Ehefrau.

  • 17:59
    WDR 5 — 01.09.2004 — Reportage

    Vor 55 Jahren, im späten Sommer, wollte eine Lehrerin ihren Schülerinnen eine Freude bereiten und ging mit ihnen im bergischen Gimborn ins Schwimmbad, das früher einmal ein Abkühlbecken des örtlichen Stahlwerks war. Die Kinder sollten sich alle an den Händen fassen und gut festhalten. Doch auf der veralgten Schräge fanden sie keinen Halt. 12 Kinder ertranken. Die Katastrophe hat das kleine Dorf bis heute geprägt.

  • 8:32
    WDR 5 — 13.07.2004 — Reportage

    Nötigung mit Lichthupe, ausbremsen, rechts überholen, Körperverletzung, Wettrennen, Fahrerflucht. Die sogenannten Hardcore-Täter, meistens sind es Männer, haben alle 18 Punkte und mehr in Flensburg. Und weil Bedenken an ihrer Fahrtauglichkeit bestehen, müssen sie an einem »Kurs zur Wiedererlangung der Fahreignung« teilnehmen. Zum Beispiel ein erfolgreicher Geschäftsmann, ein LKW-Fahrer, ein arbeitsloser Jugendlicher und ein Informatiker. Alle wollen ihren Führerschein wiederhaben, doch sie müssen Einsicht zeigen.

  • 15:15
    WDR 5 — 09.06.2004 — Reportage

    Zwischen dubiosen Sofort-Kredit-Anzeigen sucht jemand einen Finanzier für die Vermarktung einer Apparatur, die das Wohlbefinden der Menschen steigern könne. Doch wer steckt hinter der sonderbaren Zeitungsannonce? Ein Spinner? Oder ein Betrüger, der sich an das Vermögen wohlhabender Witwen heranmachen will? Besichtigung einer Wundermaschine.

  • 24:06
    SWR 2 — 09.03.2004 — Reportage

    »Die Erde ist unvergleichlich schön. Man hat das Gefühl, die Schöpfung ist vollkommen«, sagt der deutsche ESA-Astronaut Gerhard Thiele, der im Februar 2000 in den Weltraum flog. Die ‚Shuttle Radar Topography Mission’ hatte den Auftrag, die Erde zu kartografieren.

  • 12:01
    Deutschlandradio Kultur — 04.02.2004 — Feature

    Es war einmal ein Fotograf. Er lebte in Kleve, neben der Schwanenburg. Und er fotografierte einst die Bürger der Stadt, wie sie in Nazi-Uniformen an seiner Ladentür vorbeizogen. Tausende Fotos waren schließlich beisammen. Längst ist der Fotograf gestorben, doch die Bilder gibt es noch immer. Wohin mit ihnen? Das fragten sich die Klever und wollten das ganze lieber vergessen.

  • 17:50
    SWR 2 — 07.03.2001 — Reportage

    Herr Dr. Samba aus der EDV-Abteilung, zuständig für IT-System-Elektronik, zupft sich den Schlips zurecht und hüpft in die Höhe. Ab heute will er ein Adler sein.

  • 12:22
    WDR 3 — 07.01.2001 — Feature

    Die Führungskraft wird für teures Geld in eine abgelegene Villa geschickt, der kleine Versicherungsvertreter übt in Massenveranstaltungen die opportunen Parolen mit Tausenden anderen im Chor: »Wir schaffen es!« Es geht um einen neuen Menschen, sagen Wirtschaftspsychologen. Rigide Managertrainings nehmen zu, die Teilnehmerlisten lesen sich wie das Who is Who der deutschen Wirtschaft.

  • 13:15
    WDR Einslive — 14.03.2000 — Feature

    Haben Sie Führungsqualitäten und Freude daran, andere Länder zu besuchen? Dann kommen Sie zu uns, lockt die Bundeswehr. Und während die Kameraden vom deutschen KFOR-Kontingent die Sitten und Gebräuche im Kosovo kennenlernen, startet der zuständige Oberst für Nachwuchsgewinnung die neuen Werbeträger Internet und CD-ROM. Doch die junge deutsche Zielgruppe ist nicht begeistert.

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1999—1987

Alle Reportagen und großen Features (gekürzte Versionen)

Foto: Anja Kempe
in Berlin, 1974

  • 15:33
    WDR 3 — 09.12.1999 — Feature

    Lauthalser Wille zum Sieg, erbitterte Strategie-Debatten, fieberhafte Betriebsamkeit ergreift die Nation. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte beteiligt sich die Bundesrepublik aktiv an einem Krieg. Schon seit dem ersten Kriegstag erarbeiten wir Wiederaufbau-Konzepte, erklären Logistikstrategen aus der deutsche Wirtschaft. Für Jahre werden alle beschäftigt sein: die Finanzstrategen, die Brückenkonstrukteure, die Kfor-Soldaten, die Philosophen, die Visio- und Aktionäre.

  • 8:42
    WDR 5 — 15.08.1999 — Reportage

    In den volkstümlichen Traumfabriken herrscht seit dem Mauerfall Hochstimmung. Der gesamtdeutsche Heimatroman verbucht Umsatzrekorde wie nie zuvor. Die Verfilmung des »Bergdoktors« im Privatfernsehen bringt 6 Millionen Zuschauer.

  • 8:59
    WDR 3 — 10.06.1999 — Reportage

    Die weichen Hügel, auf die man hier schaut, sind keine Eifelberge, sondern die Bunkeranlagen der Nato. In Spangdahlem und Umgebung leben cirka 1300 Menschen — direkt an der Startbahn. Während des Kosovo-Einsatzes ist Hochbetrieb. Der Krach der Turbinen treibt die Anwohner aus ihren Gärten zurück ins Haus — und lockt die Kriegstouristen an. Schwer bewaffnet, mit Feldstechern und Thermoskannen, machen sie sich auf den Weg. Sie wollen die hier stationierten Tarnkappenbomber starten sehen. Zwei Männer haben Klappstühle dabei, denn man weiß ja nie, wann es losgeht.

  • 6:33
    WDR 5 — 08.01.1999 — Reportage

    Willy Millowitsch feiert seinen 90. Geburtstag. Draußen stehen die Leute Schlange. Gerda, die Hausfrau, hat Kuchen gebacken. Doch Willi ist nicht zufrieden.

  • 21:01
    WDR 3 — 25.10.1998 — Feature

    Jedes Jahr packen 150.000 Menschen in Deutschland die Koffer. Nicht Sonnenhunger und Selbstverwirklichung, wie in den 70er Jahren, sondern sozialer und wirtschaftlicher Stillstand sind die Gründe. Ein Feature mit Germania, der holden Wacht am Rhein, Hermann dem Cherusker, der Freiheitsstatue, Napoleon und der flotten Jakobinerin, Barnabas dem braven Bayern, dem Tubameister von Texas, dem deutschen Residentenchor von El Paso und vielen Auswanderern in alle Welt.

  • 27:28
    Deutschlandradio Kultur — 29.08.1998 — Feature

    »Die Russenfrau ist der Renner!« bilanzieren deutsche Agenten, die mit Frauenadressen aus Osteuropa handeln. Der Handelsfachpacker Mohrmann aus Norddeutschland ist einer der vielen Kunden. Er hat genug von den deutschen Frauen, und als er vom Urlaubsgeld einen Schein übrig hat, geht er zum Adressenhändler, sucht sich vier Moskauerinnen aus und setzt sich in den Flieger.

    Programmhinweis vom Sender

  • 17:18
    WDR 3 — 07.07.1997 — Feature

    Überall im ganzen Land sind unsere Unterhaltungsexperten damit beschäftigt, der wirtschaftlichen, moralischen und kulturellen Verwilderung die volkstümliche Stirn zu bieten.

  • 14:31
    SFB 2 / Deutschlandradio Kultur — 01.05.1997 — Feature

    Marxloh liegt im Ruhrgebiet, ein Stadtteil am Rande Duisburgs. Viele Deutsche sind nach dem Einbruch von Kohle und Stahl arbeitslos geblieben, viele Türken sind umgestiegen auf Dienstleistungen. Die Türken sind erfolgreich. Die Deutschen sind sauer.

    Programmhinweis vom Sender

  • 5:21
    WDR 3 — 23.12.1996 — Feature

    Noch drei Wochen vor Kriegsende hat der Rothenburger Kreisleiter die weltberühmte Tauberbrücke aus dem Jahr 1330 sprengen lassen, um den Vormarsch des Feindes aufzuhalten. Nun kommt er doch, täglich, in wachsender Zahl und selbstverständlich friedlich: 2,5 Millionen Touristen von Leipzig bis Tokio besichtigen jährlich 37,5 Hektar deutsches Mittelalter, oder mindestens das, was man samt des ganzjährigen Weihnachtsmarktes großzügig dafür halten kann. Mit dem Tourismus, aber selten vom Tourismus, lebt ein Drittel der 12.000 Einwohner innerhalb der alten Stadtmauern – bestaunt, begafft, bedrängt, genervt.

  • 20:15
    SFB 2 — 07.07.1996 — Feature

    Es ist 15 Uhr, Sie hören Nachrichten. Berlin. Rund 300.000 Techno-Fans machen heute in der Hauptstadt Musik. Nach neuesten Meldungen befindet sich zwischen den schweren Techno-Lastern auch ein kleiner Wagen der Jungen Union und sichert somit die Zukunft der christlichen Jugend. Mitbürgern, denen der Techno-Marathon zu laut ist, wird empfohlen, auf's Land zu fahren oder sich vor die Glotze zu setzen. B1 überträgt ab 16 Uhr drei Sendungen des »Blauen Bock«.

  • 25:28
    WDR Einslive — 30.01.1996 — Feature

    In London entstaubt Vivienne Westwood Schnittmuster aus alten Zeiten und steckt ihre Models in tüllige Krinolinen. Seit sich die große Avantgardistin von der Punk-Couture verabschiedet hat, suchen die Modemacher aller Länder die Gossen der Welt nach neuen Sensationen ab, denn eine Sicherheitsnadel, die sich durch die Nase einer Königin bohrt, ist kein modisches Statement mehr.

  • 10:35
    Deutschlandfunk — 25.12.1995 — Feature

    Wie in den 20er Jahren versammeln sich Neugierige und Kreative aus der ganzen Welt in der Hauptstadt – Musiker, Maler, Schriftsteller, Architekten. In der Aura von Restauration und Revolution erscheint alles für alle möglich: Entdeckung, Karriere, Experiment, Vergangenheit, Illusion.

  • 3:27
    WDR 5 — 19.09.1995 — Reportage

    Aufenthaltsverlängerungen, Arbeitsgenehmigungen, Ausweisungsverfahren. Die Beamten haben viel zu tun. Es kommen Menschen aus Bosnien, die um ihr Bleiberecht kämpfen, türkische Bürger, die hier berufstätig sein möchten, oder Afrikaner mit Asylantrag.

  • 19:03
    SFB 2 — 17.06.1995 — Feature

    Ein Märchen auf tausendundeiner Seite: Pünktlich zur Währungsunion liegen die Kataloge westdeutscher Versandunternehmen in ostdeutschen Treppenhäusern. Kredit, Ratenzahlung, sofortige Lieferung – glänzende Konditionen zerstreuen den letzten Rest sozialistischer Bescheidenheit.

  • 23:19
    WDR 3 — 15.08.1994 — Feature

    Schickt Graupen in die Zone! Adenauers gesamtdeutscher Liebesappell hat in 40 Jahren ganze Milka-Hasen-Berge von West nach Ost versetzt. Mit dem Streit der Systeme blühte eine Affenliebe zwischen der 'schöneren' und der 'besseren' Welt. Doch Nähe schafft Distanz.

  • 15:00
    WDR 3 — 25.01.1994 — Feature

    Das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig, Hitlers Teehaus auf dem Obersalzberg, der Kreidefelsen auf Rügen, das Goethe-Schiller-Denkmal in Weimar, Buchenwald, Babelsberg, Checkpoint Charlie: Schauplätze deutscher Identität, sagt sich der Nationalgeist und geistert durch das Museum im Kopf.

  • 17:56
    SFB 2 — 13.09.1992 — Feature

    Sie sitzt an einer Warschauer Hotelbar, mit roten Lippen – ein deutscher Männertraum. Hinter dem Liebesakt ein Dreierpakt: materiell interessierte Frauen, einsame Männer und geschäftstüchtige Händler.

  • 14:04
    WDR 5 — 08.09.1992 — Feature

    Die 20er Jahre sind die 'schönen Jahre der Physik', und Deutschland ist das Zentrum. 'Man lernte Deutsch', so der österreichische Physiker Erwin Schrödinger später, 'um die Physik in ihrer Muttersprache zu studieren'. Ostern 1921 wird Max Born aus Frankfurt geholt, um in Göttingen am neugegründeten physikalischen Institut die erste eigenständige theoretische Abteilung zu leiten. Man tüftelt an den großen physikalischen Fragen des 20. Jahrhunderts. Dem Aufbau der Materie.

  • 23:07
    WDR 3 — 28.03.1991 — Feature

    Über den Gräbern schwebt der Geist der Vergessenen und der Berühmten: Beethoven, Gustav Klimt, Peter Altenberg. Die Wiener Totenstadt wurde am 1. November 1874 eröffnet, ist 240 Hektar groß, das Leichenfeld hat Platz für vier Millionen. Der jüdische Teil ist zugewachsen. Jeden Abend, wenn es dunkel wird, werden die fünf Tore geschlossen. Obdachlose erklettern Schlafstellen.

  • 0:01
    WDR 3 — 15.12.1990 — Feature

    Wenn fremde Völker über die Passauer Vorhöhen ziehen, dann schickt der Grenzbauer einen Fanfarenstoß über die Alm. In Bayern endet die Balkanroute.

  • 10:15
    RIAS Berlin — 09.03.1989 — Feature

    »Man verehrt Goethe, aber er ähnelt dem Soldatenkönig. Man bewundert das Schöne, aber es ist die Nacktheit, man ist für Sauberkeit, aber sie ist steril; der Mythos, den man verehrt, ist Kolportage; das Gemüt im Heim liegt auf Plüsch«. Heinrich Mann

  • 21:02
    WDR 3 — 12.02.1989 — Feature

    Der kleinbürgerliche Geist, der längst über seinen soziologischen Träger hinauswuchs, ist gut für Hohn und Spott. Der Kleinbürger als 'Ideologiekomplex' – das ist das stille Glück im Winkel und die Banalität des Bösen. Als formalistischer Tugendbold ist der Kleinbürger sittsam, grausam und unaufhaltsam.

  • 7:12
    RIAS Berlin — 04.02. 1988 — Feature

    Der enorme und dauerhafte Erfolg dieser Tiergeschichte verblüfft. Was ist denn eigentlich so außergewöhnlich an dieser vagabundierenden Biene und ihren Abenteuern, deren Geschichte laut Aussage ihres Erfinders Waldemar Bonsels nur aufgrund einer Wette entstanden ist?

Autorin

Anja Kempe — jOURNALISTIN (ARD)

 
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»Du sprechen deutsch?« Von diesem Satz habe ich damals geträumt, als ich drei Tage lang die Paßkontrolleure im IC-Zug auf der Balkanroute begleitet habe, und sie allen diese Frage stellten, die schwarze Haare hatten, und das waren sehr viele.

Für meine erste Hörfunksendung, 1987, musste ich allerdings gar nicht das Haus verlassen: »Die Zukunft der postindustriellen Gesellschaft« für das Abendstudio des Hessischen Rundfunks, eine Stunde Text, vorgetragen von zwei Sprechern. Weil ich mich für Menschen interessiere, habe ich in dieser Zeit angefangen, im Feature von RIAS, WDR und SFB mit Originaltönen zu arbeiten und hatte plötzlich, zusätzlich zur Theorie, eine bis heute unerschöpfliche Ebene: Leute im O-Ton, im Gespräch oder nebenbei aufgenommen, bei dem, was sie gerade machen oder sagen: Zugkontrolleure, Berufsboxer, Museumsdirektoren, Volksmusikanten, Mathematiker, Politiker, Manager, Soldaten und Soldatinnen.

Ich möchte gern unterhalten. Die Features und Reportagen stehen im Kontext der aktuellen Diskurse und Debatten. Aber man muss sich nicht auskennen, sondern kann auch einfach die Füße hochlegen und zuhören. Lernen Sie unsere Nachbarn kennen, bei ihren Bemühungen in die Europäische Union zu gelangen: »Ein Türke in der Leitung«. Gehen Sie der Frage nach wie man »mit guten Manieren durch schlechte Zeiten« kommt. Wenn Sie tierlieb sind, besuchen Sie »Hasso«, den schicken Flottillenadmiral. Oder lassen Sie sich überraschen von einem Wissenschaftler, der eine »Wundermaschine« erfunden hat. Machen Sie eine radiophone Reise durch die Geschichte unseres Landes: »Museum im Kopf. Eine Ausstellung deutscher Nationalheiligtöne«. Hören Sie »Die ersten Jahre der Theoretischen Physik« mit Orginaltönen der ersten Quantenphysiker, oder, wenn Sie sich für die Zeiten interessieren, als die Mauer noch stand: »Westpakete«, und »Otto im Osten«.

Auch tragische Ereignisse haben komische Seiten: »Unternehmen Kosovo. Reparaturdienst Deutschland im Einsatz«. Wenn Sie zu den vielen Linken gehören, die damals für den Kosovo-Krieg waren, überspringen Sie diese Sendung einfach oder hören Sie: »Fresh Kfor. Neue Männer sucht der Bund«.

Einige Jahre habe ich mich mit Frauen in den Ostländern und deutschen Männern beschäftigt, von 1992 ist »Damenwahl. Der Handel mit polnischen Frauen«. 1997 entstand der Film »Die gekaufte Braut«, Regie im Schneideraum hatte Hanno Brühl. Die Reportage lief im ersten Programm der ARD und wurde in den dritten Programmen wiederholt. Weil sie bei der Erstausstrahlung über 5 Millionen Zuschauer hatte, wollte ich diese Geschichte den Radiohörern nicht vorenthalten: »Rassige Russin gesucht. Oder: Mohrmann in Moskau«, 1998.

 

Geburtsort: Bremerhaven
Größe: 1,70
Lieblingsmusik: Abba, Wagner
Sternzeichen: Wassermann, Affe
Fremdsprachen: Englisch, Latein
Gläubig: Ja
Kirche: Nein
Partei: Niemals
Studium: Politik, Germanistik
Wofür es sich für mich lohnt zu kämpfen: Wertesystem, Randgruppen, Hörfunk
Reizthema: Political Correctness 
Lieblingsthema: Bundeswehr
Interessante Leute: E.T.A. Hoffmann, Karl Marx, Lise Meitner, Ludwig Erhard, Harald Schmidt, Cordula Stratmann
Leidenschaft für den Beruf: Ja
Ästhetische Prinzipien: Ja

Die gekaufte Braut

TV-REPORTAGE (ARD-Exclusiv, 1997)

 

»Die Russenfrau ist der Renner!« bilanzieren deutsche Agenten, die mit Frauenadressen aus Osteuropa handeln. Der Handelsfachpacker Moormann aus Norddeutschland ist einer der vielen Kunden. Er hat genug von den deutschen Frauen, und als er vom Urlaubsgeld einen Schein übrig hat, geht er zum Adressenhändler, sucht sich vier Moskauerinnen aus und setzt sich in den Flieger.

 
 
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Kritik

Hörer-MEINUNGEN

Unbelievable how well-written and informative this was.
— Chianna
Vielen Dank für die tollen Reportagen! Von mir noch zwei Anregungen zum Blog. Es wäre super wenn folgende Sachen existieren würden: 1. Die Möglichkeit die Reportagen als Podcast zu abonnieren 2. Die Möglichkeit ein kleines Entgelt für die Reportagen via Flattr(.com) zukommen zu lassen. Ich fühle mich super unterhalten und fände das besser wenn ich das unterstützen kann, wenn auch nur durch Micropayment. Viele Grüße, Marc
— Marc Seeger
Als ich klein war, gab es kein Laptop und keine PS3. Ich hatte ein Fahrrad & Rollschuhe. Meine Mutter rief mich nicht auf einem Handy an, sie rief meinen Namen aus der offenen Tür. Ich spielte mit meinen Freunden DRAUSSEN, nicht ONLINE. Wenn du mit aufgerissenen Knien heimgekommen bist, auf Bäume geklettert bist … und überlebt hast :)) dann poste das in deinen Status…denn wir hatten eine richtige Kindheit!!
— Norbert Beliawski über Der Wald ist schwarz und voller Tiere – Wie Kinder lernen, die Natur zu fürchten
 
Auch von mir ein dickes Lob, auch von mir die dringende Bitte um einen Podcast-Feed und einen Flattr-Button. Beides. Bitte. Dringend.
— Melanie
 
Alles Propaganda, was Sie hier so treiben.
— Klaus Ebott
 
Auf einer Radtour kam ich heute durch Gimborn und besuchte auch die Kirche. Die Gedenktafel für die 12 Mädchen hat mich sehr bewegt — die ganze restliche Fahrt hindurch bis nach Hause in Essen. Meine Überlegung: Wie können 12 Mädchen gleichzeitig ertrinken? Als Lösung fiel mir nur Blitzschlag ein. Zu Hause habe ich sofort gegoogelt und kam dann zu dieser Seite. Danke für den Link zur Radioreportage! Ich bin sehr berührt von dem, was 1949 geschehen ist. Als Lehrerin stelle ich mir auch das Schicksal der Kollegin vor — aber es ist eigentlich gar nicht vorstellbar. Ein wirklich erschütterndes Ereignis, an das ich mich bei meinen regelmäßigen Radtouren durch Gimborn immer erinnern werde.
— Lena Reuter über Die toten Kinder von Gimborn
 
Tolles Feature! Auch wenn es Momente gibt, wo man nur den Kopf schütteln kann.
— Daniel über Hartz-IV auf Türkisch — Oder: Warum Deutsche lieber Kaffee trinken gehen